Gleich mehrere Portale bieten Patienten öffentlich zugängliche Daten über Fallzahlen und Behandlungshäufigkeiten in deutschen Krankenhäusern. Diese Form der Transparenz im Gesundheitswesen ist grundsätzlich zu begrüßen.

Aber hernie.net sieht eine strukturelle Lücke: Bestehende Kliniknavigatoren bilden ausschließlich Krankenhäuser ab, nicht aber spezialisierte Chirurgen bzw. Experten-Teams.

Das Problem: Spezialisierung verteilt sich auf mehrere Häuser

In der Hernienchirurgie arbeiten viele erfahrene Spezialisten nicht exklusiv in einer einzigen Klinik. Sie operieren in mehreren Häusern – je nach Komplexität des Eingriffs, Wohnortnähe des Patienten oder Verfügbarkeit spezieller Geräte. Ein unkomplizierter Leistenbruch kann gut in einer Praxis oder einer kleinen Belegklinik versorgt werden – oftmals schon ambulant. Eine Patientin mit riesigem Narbenbruch oder ein Leistenbruch-Patient im hohen Lebensalter braucht ein Haus mit Intensivstation. Hier arbeiten Hernienxperten oft mit unterschiedlichen kleinen und großen Häusern sowie Praxen und Privatkliniken zusammen.

Die Konsequenz: Die Fallzahlen der Spezialisten verteilen sich auf mehrere Einrichtungen und tauchen in keiner offiziellen Statistik zusammen auf. Ein Chirurg, der jährlich 500 Hernienoperationen durchführt, erscheint in den Kliniklisten möglicherweise mit 80 Fällen in Haus A, 120 in Haus B und 300 in Haus C – und wird damit für Patienten nicht als Spezialist erkennbar.

Was hernie.net deshalb ergänzt

Der Klinikfinder auf hernie.net basiert auf den strukturierten Qualitätsberichten der Krankenhäuser (Berichtsjahr 2024, DKG/G-BA). Das ist die Grundlage – transparent und vergleichbar.

Darüber hinaus laden wir spezialisierte Hernienzentren und Chirurgen ein, ihre Gesamtfallzahlen einzureichen. Solche Angaben werden als „Angabe des Zentrums“ gekennzeichnet und sind damit klar von den amtlichen Krankenhausdaten unterscheidbar.

Was Sie als Patient tun können

Schauen Sie nicht nur, wo Sie operiert werden – sondern wer Sie operiert. Fragen Sie konkret:

  • Wie viele Hernienoperationen führt der Chirurg oder das Team pro Jahr durch?
  • Sind die Ergebnisse in einer Qualitätssicherungsstudie dokumentiert, zum Beispiel im Herniamed-Register?
  • Welche Verfahren bietet das Zentrum an – offen und minimalinvasiv?

Ein erfahrener Spezialist beantwortet diese Fragen offen. Und ein guter Klinikfinder sollte genau das sichtbar machen.