Zwerchfellbruch Behandlung: Medikamente zuerst

Anders als bei anderen Hernienarten ist beim Zwerchfellbruch eine konservative Erstbehandlung möglich und sinnvoll. Hier kommen sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI) – also Tabletten, die die Magensäureproduktion hemmen – zu Einsatz. Die Medikamente

  • stoppen oder lindern Sodbrennen wirksam
  • ermöglichen das Abheilen von Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut
  • reduzieren das Risiko eines Barrett-Ösophagus (krankhafte Veränderung der Schleimhaut in der unteren Speiseröhre)
  • können übergangsweise oder dauerhaft eingesetzt werden

Bei vielen Zwerchfellbruch-Patienten reicht die medikamentöse Therapie bereits aus – eine OP ist dann nicht erforderlich.

Wann ist eine OP beim Zwerchfellbruch sinnvoll?: - Medikamente lindern die Beschwerden nicht ausreichend - Medikamente werden nicht vertragen (Nebenwirkungen) - Trotz Medikamenten schreitet die Schädigung der Speiseröhre fort - Paraösophageale Hernie mit Einklemmungsrisiko - Sehr große Hernie mit Verdrängung von Herz oder Lunge

Zwerchfellbruch OP: Die Fundoplikatio

Wenn eine Operation notwendig ist, erfolgt sie fast immer minimalinvasiv – über mehrere kleine Schnitte mit Kamera und feinen Instrumenten (Laparoskopie). Ein offener Bauchschnitt ist nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erforderlich.

Das Verfahren der Wahl ist die Fundoplikatio, auch Manschettenoperation genannt. Sie stellt den natürlichen Ventilmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen dauerhaft wieder her.

Ablauf der Fundoplikatio Schritt für Schritt

  • Schritt 1 – Magengrund mobilisieren: Der obere Magenanteil (Fundus) wird vom umliegenden Gewebe gelöst und beweglich gemacht
  • Schritt 2 – Zwerchfellbruch verschließen: Die erweiterte Lücke im Zwerchfell wird endoskopisch mit Nähten verkleinert; bei sehr großen Hernien oder Wiederholungsbrüchen ggf. zusätzlich ein Kunststoffnetz
  • Schritt 3 – Manschette bilden: Aus dem mobilisierten Magengrund wird eine Manschette geformt, die um den unteren Teil der Speiseröhre gelegt und vernäht wird
  • Ergebnis: Der Schließmuskel der Speiseröhre wird gestärkt – der Rückfluss von Magensäure wird dauerhaft verhindert

Zwerchfellbruch OP: Was ist danach zu beachten?

Die Erholung nach einer minimal-invasiven Fundoplikatio verläuft in der Regel zügig – mit einigen Besonderheiten durch den Eingriff an der Speiseröhre:

Mobilisation und Alltagsaktivitäten

  • Ab OP-Tag: Aufstehen, Gehen, Alltagstätigkeiten sofort möglich
  • Nach 10–14 Tagen: normale körperliche Aktivitäten – Radfahren, leichte Hausarbeit, Gartenarbeit

Ernährung in den ersten Wochen

Nach der OP ist die untere Speiseröhre vorübergehend angeschwollen. Schluckbeschwerden in den ersten Wochen sind normal und bilden sich zurück. Für die ersten fünf Wochen gilt:

  • 5 kleine Mahlzeiten täglich statt 3 große
  • weiche, gut kaubare Kost bevorzugen
  • kohlensäurehaltige Getränke zunächst meiden

Medikamente nach der OP

Ein wichtiges Ergebnis der erfolgreichen Fundoplikatio: Medikamente gegen Sodbrennen sind in der Regel nach der Operation nicht mehr notwendig. Der wiederhergestellte Ventilmechanismus übernimmt die Funktion, die vorher die Tabletten ersetzt haben.

Zwerchfellbruch Behandlung & OP: Zusammenfassung

  • Medikamente (Protonenpumpenhemmer): erste Wahl, bei vielen Patienten dauerhaft ausreichend
  • OP (Fundoplikatio): bei ausbleibendem Erfolg, Unverträglichkeit oder drohenden Komplikationen
  • minimal-invasiv über kleine Schnitte – großer Bauchschnitt nur in Ausnahmefällen
  • Manschette aus Magengewebe stellt natürlichen Ventilmechanismus dauerhaft wieder her
  • nach OP: 5 kleine Mahlzeiten täglich für 5 Wochen, Schluckbeschwerden klingen ab
  • Sodbrennenmedikamente nach erfolgreicher OP in der Regel nicht mehr nötig