Was ist ein Zwerchfellbruch?

Das Zwerchfell ist die Muskel-Bindegewebe-Platte, die Brust- und Bauchraum trennt. An einer Stelle hat es eine natürliche Öffnung (Hiatus), durch die die Speiseröhre aus dem Brustraum in den Bauch gelangt. Normalerweise ist diese Öffnung eng genug, um die Speiseröhre in ihrer Position zu halten.

Bei einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie) weitet sich diese Öffnung. Magenteile können durch die Lücke in den Brustraum gleiten und den Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen stören. Eine häufige Folge: Magensäure fließt unkontrolliert zurück – ein Zustand, der als Reflux bekannt ist. Kleine Zwerchfellbrüche können jedoch auch symptomlos verlaufen.

Zwerchfellbruch: Welche Formen gibt es?

Axiale Hiatushernie – häufigste Form

Der Mageneingang verlagert sich in diesem Fall nach oben durch die Zwerchfelllücke. Diese Form der Zwerchfellhernie ist weitaus am häufigsten und bei vielen Patienten dauerhaft medikamentös behandelbar.

Paraösophageale Hernie

Der Mageneingang bleibt bei dieser Form unterhalb des Zwerchfells, aber andere Magenteile wandern in den Brustraum. Die paraösophageale Hernie ist seltener, aber gefährlicher: Das Risiko einer Einklemmung des Magens ist erhöht. Eine OP ist daher häufiger notwendig.

Mischform

Beide Varianten des Zwerchfellsbruchs können auch kombiniert auftreten. Die genaue Klassifikation durch eine Magenspiegelung ist für die Therapieentscheidung entscheidend.

Zwerchfellbruch Ursachen: Warum entsteht die Hiatushernie?

Hauptursache für einen Zwerchfellbruch ist eine angeborene Bindegewebsschwäche, die die Zwerchfelllücke im Laufe des Lebens weiter werden lässt. Hinzu kommen - wie bei anderen Hernien auch - Faktoren, die den Bauchinnendruck dauerhaft erhöhen:

  • Übergewicht – dauerhaft erhöhter Druck auf das Zwerchfell
  • Chronischer Husten (Rauchen, COPD, Asthma)
  • Wiederholtes starkes Pressen und schwere körperliche Arbeit
  • Schwangerschaft – wachsender Bauch erhöht den Druck von unten

Zwerchfellbruch Symptome: Was ist typisch?

Leitsymptom: Sodbrennen/Reflux

Sodbrennen ist das häufigste und charakteristischste Zeichen. Es entsteht durch den unkontrollierten Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Typisch: Beschwerden treten besonders nach dem Essen, in liegender Position und nachts auf. Viele Betroffene schlafen deshalb mit erhöhtem Oberkörper.

Weitere typische Symptome für einen Zwerchfellbruch

  • Saures Aufstoßen und Regurgitation (Aufsteigen von Magensäure bis in den Mund)
  • Räuspern, Husten, Heiserkeit – durch Säurereizung der oberen Atemwege
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Brustschmerzen – können Herzprobleme imitieren, daher abklären lassen
  • Atemnot bei sehr großen Hernien – durch Verdrängung von Herz und Lunge

Kann ein Zwerchfellbruch gefährlich werden?

In den meisten Fällen stellt eine Hiatushernie keine unmittelbare Gefahr dar – langfristig unbehandelt können jedoch folgende Komplikationen entstehen:

  • Refluxösophagitis – Entzündung der Speiseröhre durch anhaltende Säureeinwirkung
  • Barrett-Ösophagus – krankhafte Schleimhautveränderung als Krebsvorstufe
  • Speiseröhrenkrebs – bei jahrelangem unbehandeltem Reflux erhöhtes Risiko
  • Einklemmung des Magens – bei paraösophagealer Hernie, ein potenzieller Notfall
  • Verdrängung von Herz und Lunge – bei sehr großen Brüchen

Warnsignal / Notfall: Notfall: Wenn bei bekanntem Zwerchfellbruch plötzlich starke Brustschmerzen, heftige Schluckbeschwerden oder Atemnot auftreten – sofort den Notarzt rufen (112). Das kann auf eine Einklemmung des Magens hinweisen.

Zwerchfellbruch Diagnose: Wie wird er festgestellt?

Anamnese

Der Arzt erfragt Art, Dauer und Schwere der Beschwerden:

  • Wie stark ist das Sodbrennen?
  • Tritt es nachts auf? Seit wann?
  • Welche Medikamente wurden bereits eingenommen?

Diese Informationen lenken die Diagnostik.

Magenspiegelung (Gastroskopie)

Die Magenspiegelung ist das wichtigste Verfahren zur Diagnostik eines Zwerchfellbruchs. Sie zeigt den Zustand der Speiseröhrenschleimhaut – ob Entzündungen, Barrett-Schleimhaut oder andere Veränderungen vorliegen – und bestätigt die Lage des Mageneingangs in Bezug zum Zwerchfell. Gleichzeitig wird die Hernienform (axial, paraösophageal, Mischform) klassifiziert.

Manometrie und pH-Metrie

Für die Entscheidung, ob eine OP sinnvoll ist, werden funktionelle Spezialuntersuchungen durchgeführt:

  • Manometrie: misst den Druck im Übergang Speiseröhre–Magen und beurteilt die Funktion des Schließmuskels
  • 24-Stunden-pH-Metrie: misst den Säuregehalt in der Speiseröhre über den gesamten Tag und belegt das Ausmaß des Reflux objektiv

Zwerchfellbruch Diagnose: Zusammenfassung

  • Leitsymptom Sodbrennen – besonders nachts und im Liegen
  • Ursache: Bindegewebsschwäche erweitert die natürliche Zwerchfelllücke
  • Diagnostik: Magenspiegelung und Spezialuntersuchungen Manometrie + pH-Metrie
  • Axiale Hernie: häufigste Form, oft medikamentös behandelbar
  • Paraösophageale Hernie: seltener, häufiger OP-pflichtig, da ein höheres Einklemmungsrisiko besteht
  • Notfall: plötzliche Brustschmerzen oder Atemnot → 112